Beikoststart und wie es läuft (oder auch nicht)

Beikoststart und wie es läuft (oder auch nicht)

Januar 7, 2018 Aus Von Claudia
Mit der Beikost starten

Irgendwann stellt sich bei allen jungen Eltern die Frage, wann es zusätzlich zum Stillen oder zur Flaschenmilch feste Nahrung geben soll. Ist mein Baby schon bereit für Beikost? Und woran merke ich, dass wir starten können? Eine Übersicht zur Beikostreife und wie es bei uns läuft, erfährst du weiter unten.

Was heißt denn Beikost und wie soll die aussehen?

Beikost ist in erster Linie als Zusatz zum Stillen bzw. zur Flaschenmilch gedacht und nicht als Ersatz. Wobei das natürlich früher oder später auch kommt. Für den Anfang gibt es also feste Nahrung dazu. Hier finden sich bei der Recherche im Internet meist zwei Richtungen: mit Brei oder breifrei, auch bekannt als Baby-Led Weaning (= das Baby bestimmt selbst, wie und was es isst). Wir stellten uns also auch die Frage, wie wollen wir es machen? Muss es das eine ODER das andere sein? Kann es auch eine Mischform sein? Denn Entweder Oder war noch nie so unser Ding. Nur Brei fühlte sich auch nicht logisch und nicht richtig an, daher entschieden wir uns nicht direkt nur für Baby-Led Weaning oder nur Brei, sondern eine Mischform. Also bieten wir dem Mini Kapitän alles an, was bei uns auch auf den Tisch kommt – in Breiform, als Sticks bzw. Stücke oder eben stückiger Brei. Wir Erwachsenen essen ja auch mal Suppe oder Griesbrei oder eben ein Steak. Mit dem Steak warten wir aber noch ein bisschen 😉

Sollen  wir los legen?

Da unser Mini Kapitän nun schon auf seinen siebten vollen Monat auf Erden zusteuert, wollten wir es also in Angriff nehmen. In der Krabbelgruppe ist es auch schon länger Thema und auch bei anderen Freundinnen bekommen die Babys zum Teil schon seit dem vierten Monat Brei zugefüttert oder wurden schon komplett von der Muttermilch entwöhnt.

Zeichen für die Beikostreife

Wir haben uns bisher Zeit gelassen, zumal es gewisse Beikostreifezeichen gibt, die unser kleiner Mann bisher noch gar nicht bzw. nur bedingt zeigte. Dazu gehören zum Beispiel:

  • der Zungenstoßreflex (damit schieben die Kinder alles aus dem Mund) ist nicht mehr vorhanden
  • unser Baby kann mit wenig Unterstützung aufrecht sitzen und den Kopf stabil und gut halten
  • es sieht aufmerksam dabei zu, wie wir unser Essen in den Mund schieben, ahmt schon Kaubewegungen nach
  • greift nach unserem Essen und schiebt es sich in den Mund
  • unser Baby kann sich selbstständig vom Rücken auf den Bauch drehen

Der Mini Kapitän dreht sich seit ungefähr anderthalb Monaten vom Rücken auf den Bauch. Aber warum ist das wichtig? Weil damit verbunden ist, dass unsere Babys das Essen im Mund mit der Zunge hin und herschieben können, was eine wichtige Voraussetzung für den Beikoststart ist.

Sobald der Zungenstoßreflex verschwunden is, bleibt Essen auch im Mund und wird nicht postwendend wieder rausgeschoben. Der ist beim Mini Kapitän tatsächlich weg, haben wir aber auch erst jetzt durch’s Probieren bemerkt. Wirklich selbstständig sitzen kann er noch nicht, der sichere, eigenständige Sitz kommt aber auch erst im Durchschnitt mit ca. zehn Monaten. Beim Mini Kapitän finde ich’s schwierig, weil er wirklich noch sehr zusammensackt und es für mich schwierig ist, ihn gut zu stützen und zu halten, ohne dass er arg rumwackelt und zusammen sackt, und ich ihn dabei auch noch füttere. Aber das wird auch noch, mehr als fünf bis maximal zehn Minuten dauert das Essen nicht und findet bisher auch nur einmal am Tag statt.

Die zermatschte Kartoffel oder das erste Mal

Das erste Mal etwas anderes als Muttermilch hat er schon vor einem Monat probiert, wir haben ihm einen Apfelschnitz in die Hand gegeben und er konnte mal schauen, was das ist und wie sich das im Mund anfühlt. Es wandert ja so oder so alles erst mal in den Mund, um es zu befühlen, zu „begreifen“ und zu verstehen. Abgeleckt wurde der Löffel, zu Weihnachten haben wir es mit einer mini Fingerspitze zermatschter Kartoffel probiert. Die wurde hin und her geschoben, ein mini mini bisschen ist wohl geschluckt wurden und kam wenig später mit Milch wieder raus. Also war das wohl noch etwas früh. Wichtig ist, dass es probiert wurde: Wie schmeckt es? Welche Konsistenz hat es? Was kann ich damit im Mund machen?

Nun aber los

Vorgestern haben wir es das erste Mal gemeinsam mit unseren Mahlzeiten probiert. Ich hatte Lust auf Griesbrei, also hab ich ein bisschen vorm zuckern weggenommen und mit Banane zermatscht. Also den Lütten auf den Schoß genommen, Lätzchen um (da muss noch eine bessere Lösung gegen das Rumgematsche her, da bin ich grad auf der Suche nach einem Schnittmuster für ein Ärmellätzchen, wenn es so weit ist, stell ich euch das gern vor), den Babylöffel hab ich mit etwas Brei gefüllt und ab Richtung Mund – seine Hand war schneller und nahm den Löffel in Beschlag. So steckte er sich alles selbst mehr oder weniger in den Mund. Mir ist es wichtig, dass er probieren und seine eigenen Erfahrungen sammeln kann. Die Hand war nach mehreren Löffelchen eingematscht, Mama auch. Aber der Brei wurde ausgiebig getestet, geschmeckt und hin- und hergeschoben. Ein bisschen blieb wohl auch drin. Nach kurzer Zeit war die Aufmerksamkeit dahin und ich konnte auch was essen. An sich lief alles gut und entspannt, ich hab nicht damit gerechnet, dass es so gut klappt.

Gestern gab es dann zum Frühstück grabschgerechte Gurken- und Paprikasticks, der Länge nach geviertelt. Und das kam echt gut an! Also die Gurke, der Paprika wurde ignoriert. Das weiche, was im Inneren einer Gurke ist, wurde mit dem Kiefer abgeschabt, hin und her befördert, und tatsächlich wurde auch ein (wie ich fand) recht großes Stück runter geschluckt. Dabei hat er versucht, die Sticks aus allen verschiedenen Richtungen in den Mund zu schieben. Selbst als nur noch in der Mitte der Gurke das Weiche übrig war und er mit längs in den Mund schieben nicht weiter kam, hat er sich das Stück quer vor den Mund gehalten und versucht, so an das weiche wässrige Innenleben zu kommen. Mama und Papa waren stolz wie Bolle 🙂

Heute haben wir zum gemeinsamen Frühstück direkt nochmal Gurkensticks, Banane und Apfelschnitze angeboten. Wobei ich Banane ja echt schwierig finde. Ich hab den Fehler gemacht, sie längs durchzuschneiden. So ist die natürlich ziemlich schwierig zu halten, vor allem mit den kleinen Patschehändchen. So wanderte die Banane zwar in Minis Mund, etwas blieb auch drin, aber meistens flutschte sie irgendwo auf ihm oder mir rum. Am Apfel hat er, wie wir es schon mehrmals beobachtet haben, hauptsächlich rumgelutscht und die Aufmerksamkeit war dann auch schnell aufgebraucht. Zumal sein Gesicht immer mehr zu meiner Brust kippte und mir deutlich zeigte, dass er Hunger hat. Hat er natürlich gleich bekommen 🙂 Läuft also gar nicht so schlecht, heute Abend probieren wir mal weich gekochte Möhren und Kartoffeln als Sticks und als Suppe, es soll bei uns Kartoffelsuppe geben. Natürlich für ihn ohne Salz oder Gewürze. Beikost bedeutet ja nicht, die Milch wegzulassen, sondern zusätzlich, eben da“bei“ andere Nahrung auszuprobieren.

Buchtipp

Ein kleiner Tipp noch von mir:

Mir hilft zum Nachschlagen unter anderem folgendes Buch zur Beikost: Einmal breifrei, bitte! von Loretta Stern und Eva Nagy.

Wie es nun heute Abend lief und weiterhin läuft, werde ich euch in den nächsten Tagen erzählen.

Wie läuft es denn bei euch? Wann gibt’s zur Milch was dazu und gibt’s das als Brei oder in Stücken oder gemischt? Und was gibt es so? Ich freu mich auf eure Erfahrungen!

Eure Mama Knickohr